Im Föhnsturm über die Marbachhöhe aufs Hochegg (Hochkasern)

Zuerst schaute es ja noch nicht danach aus, dass wir vom Auto weg mit Skiern gehen konnten. Die warme Sonne der vorangegangenen Tage hatte schon größere Löcher in die Schneedecke gefressen, aber glücklicherweise hatte sie vor allem die sonnseitigen Leiten bearbeitet. Unser Anstieg von Hintermoos führte über nordseitige Hänge, und da gab es noch eine durchgehende Schneelage. Es war sonnig und recht angenehm. Das änderte sich schlagartig, als wir kurz vor der Marbachhöhe auf den Kamm hinaustraten. Da blies uns der Sturm derart entgegen, dass wir des Öfteren stehen bleiben und uns dem Wind entgegenstemmen mussten. Zwischendurch flaute er ein wenig ab, gleich so, als ob er sich wieder für die nächste Attacke sammelte. Den Klingspitz querten wir etwas unterhalb des Kammes, aber am letzten Aufschwung zum Hochegg traten wir wieder aus dem Windschatten heraus und sahen uns erneut der Wucht des Sturmes ausgesetzt. Schnell machten wir uns am Gipfel fertig zur Abfahrt, wobei wir aufpassen mussten, dass die Felle nicht davonflogen. Der Brotzeit konnte unter diesen Umständen warten.

Nach wenigen Metern waren wir schon aus der Strömung heraus. Durch wunderschöne lange Waldschneisen, in denen sich noch überraschend guter Pulver gehalten hatte, schwangen wir hinunter bis zu einer Alm, und ließen dann die Skier auf einer flachen Almstraße bis zum Ausgangspunkt hinunterlaufen.

Text: Lorenz Mayer
Bilder: Karl Weiß