Über den Allgäuer Hauptkamm – August 2018

Mit Marianne Hörl, Sepp, Marianne Macho, Irmi Thaller,  Hans Huber, Michael Kerle, Albert, Hedwig, Christl Babl, Heidi Hackl, Herbert Reiter, Markus und Elsbeth Schmid, Maria Glaser, Kathi Haunerdinger, Doris und Guide Heini trafen alle 18 gemeldeten Teilnehmer am frühen Morgen in Schweinbach ein zur gemeinsamen Fahrt mit Pkw und Vereinsbus nach Oberstdorf. Während der dreieinhalbstündigen Anfahrt bei herrlichem Wetter konnten wir schon einen Vorgeschmack von meinen schönen Allgäuer Heimatbergen einholen.

Vom Parkplatz an der Fellhornbahn bis in die Birgsau benutzten wir noch den Linienbus, denn der Aufstieg über den Krumbacher Höhenweg zu der auf 2013 m Seehöhe gelegenen Mindelheimer Hütte ist mit gut 5 Stunden angegeben. Nimmt man dann noch den Mindelheimer Klettersteig dazu, dann werden es über 9 Stunden. Der Anstieg an der Südseite bei hochsommerlichen Temperaturen war etwas schweißtreibend, die herrliche Aussicht zum Hohen Licht, zur Mädelegabel und zur Trettachspitze entschädigte aber alles. Heini, Michael, Elsbeth und Irmi wählten den Weg über die drei Schafalpenköpfe, der als Mindelheimer Klettersteig angelegt ist und zu den ältesten Klettersteigen in den Ostalpen zählt. Der Steig führt überwiegend am Grat entlang, ist gut gesichert und überwiegend in B einzustufen mit ein paar C-Stellen. Nicht zu unterschätzen ist die Länge mit gut 3 Stunden und dazu noch der lange Zustieg. Es war schon am späten Nachmittag, als uns am 3. Gipfel ein Gewitter überraschte und es auch noch kräftig goss. Der andere Teil der Gruppe war schon auf der Mindelheimer Hütte und wollte uns von dort am Kemtner Köpfl entgegen kommen. Auch sie genossen noch die heilende Kraft eines warmen Sommerregens. Im Trockenraum der Hütte herrschte dann Chaos.

Der zweite Tag hatte als Ziel die Rappenseehütte. Über große Almflächen, begleitet von unzähligen Kuhglocken, führte uns der Weg zum Walser Geißhorn (2366 m). Der Südanstieg ist unschwierig. Eine Nebelwolke über dem Gipfel vereitelte uns die vielleicht herrliche Aussicht. Diese hatten wir dann auf dem Weg über den Gehrner Berg zum Schrofenpass. Hier kreuzt man den bekannten Transalpweg von Oberstdorf zum Gardasee. Hoch über dem Rappenalptal führt der Weg in ständigem Auf und Ab ohne Jausenhütte. Gut, wenn im Rucksack Vorrat vorhanden ist. Auf der Schafalpe reichten uns zwei Hirten Kaffee, Buttermilch oder Skiwasser, der Kuchen fiel aus. Nach gut acht Stunden erreichten wir die die sehr schön liegende Rappenseehütte (2091 m), am Fuße der Hochgundspitz und der Rotgundspitze. Die Hütte war bestens organisiert, was bei nahezu 200 Übernachtungsgästen auch erforderlich ist. Am Rappensee genossen wir noch den herrlichen Sonnenuntergang hinter dem Großen Widderstein.

Der dritte Tag führte uns über den Heilbronner Weg zur Kemptener Hütte. Es ist die Königsetappe des Allgäuer Hauptkammes. Zuerst ging es über einen mäßig steilen Weg zur Großen Steinscharte (2262 m) und dann auf einem schrofigen, teils mit Seilen gesicherten Weg zur Kleinen Steinscharte (2541 m). Unterhalb des letzten Anstieges zweigt der Weg zum Hohen Licht (2651 m) ab. Acht Gipfelstürmer ließen sich diesen schönen Gipfel nicht entgehen und dehnten die ohnehin schon lange Tour noch etwas aus. Nach der Kleinen Steinscharte erwartete uns eine herrliche, gut gesicherte Grattour, die aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Wir überschritten den Steinschartenkopf (2615 m), den Wilder Mann und den Bockkarkopf, bevor es hinunter ging zur Bockkarscharte. Hier ist ein Notabstieg zum neuen Waltenberger Haus möglich.

Der Weg führte weiter an der abweisenden Hochfrottspitze vorbei über den noch kleinen Schwarzmilzferner zum Fuße der Mädelegabel. Wir legten eine kurze Rast ein und sahen schon die von Michael anführte Gipfelstürmertruppe nachkommen. Doris und Elsbeth bewachten unsere Rucksäcke und wir machten uns zum Gipfelanstieg der Mädelegabel (2595 m) auf. Der Anstieg in gutem Fels machte bis auf die etwas schwierigere Einstiegsstelle (I+) keine Probleme und so erreichten wir alle glücklich den vielleicht bekanntesten Gipfel der Allgäuer Alpen. Unweit liegen der Kletterberg Trettachspitze und das Allgäuer Wahrzeichen, die Höfats. Die Gipfelrast war kurz, denn es zogen schon wieder Gewitterwolken auf und der Abstieg war für viele schwieriger als der Aufstieg. Kurz vor dem Mädelejoch ereilte uns doch noch ein Schauer, bevor wir zur schön gelegenen Kemptner Hütte abstiegen. Der sehr freundliche Hüttenwirt mit seinen hübschen Kellnerinnen verwöhnte uns mit bestem Essen, was wir nach der langen Tour voll genossen.

Die vierte Tagesetappe ging über den Fürschießer Sattel zum Kreuzeck, mit Abstieg über den Bettlerrücken zur Spielmannsau. Wieder erwartete uns ein sonniger Hochsommertag. Der Weg zum Fürschießersattel an einem steilen Grashang entlang war etwas heikel und ist bei Nässe nicht unbedingt zu empfehlen. Die weitere Route unterhalb der Krottenspitzen in einem Schuttkar und dann auf einem grasbedeckten Kamm mit schönen Blumenwiesen entschädigte dann wieder alles. Tief unter uns blickten wir ins Hornbachtal, östlich von uns die Hornbachkette. Im Abstieg auf dem steilen, grasbedeckten, Bettlerrücken hatten manche etwas Mühe, aber alle kamen nach 6 stündiger Gehzeit unbeschadet in der Spielmannsau an, wo uns ein Wanderbus zum Parkplatz Unterer Renksteg brachte, von wo aus die Autolenker mit dem Linienbus zum Autoparkplatz Fellhornbahn fahren konnten.

Eine Einkehr in dem heimatlich erhaltenen Bergdorf Fischen mit bestem Kuchen rundete diese wunderschöne Bergtour in den Allgäuer Alpen ab. Ein Dank geht an die von großer Kameradschaft geprägte Gruppe.

Heinrich Riesemann