Über die Steinerne Agnes zum Karkopf

Auf unserer Novembertour zum Karkopf hatten wir – im Gegensatz zu den Daheimgebliebenen – Sonne pur, keinen Schnee, nach einem kühlen Morgen sehr milde Temperaturen, und eine schier grenzenlose Aussicht. Von Winkl, nahe Bischofswiesen, führte der Steig durch den Bergwald hinauf zur Steinernen Agnes, einem gute 10 m hohen sagenumwobenen Felsgebilde genau auf halber Wegstrecke. Wir betrachteten das Geotop aus der Nähe, den Versuch, hinaufzuklettern ließen wir aber bleiben. Ist doch schon vor zwei Jahren ein schönes Stück Fels abgebrochen, und jede neuerliche Besteigung setzt dem nicht all zu harten Gestein zu und mindert die Lebenserwartung der bröselnden Sennerin.

Auf dem Karkopfgipfel waren weit und breit kein Schnee und kein Wind zu sehen resp. zu spüren, mit denen der November angeblich tobt. Wir genossen Brotzeit und Aussicht, während die schweißfeuchten Hemden, an den Latschenstauden hängend, in der linden spätherbstlichen Sonne trockneten.   Beim Abstieg wartete– nach Steinerner Agnes und Karkopf – noch ein dritter markanter Wegpunkt auf uns: Der Dreisesselberg, den sich einst die Herren von Berchtesgaden, Bayern und Salzburg teilten. Zehn Minuten durch eher sanfte Latschengassen dauerte der Abstecher. Auf der Rückseite freilich ist dieser Gipfel bedeutend wilder.

Ein Problem darf man auf Novembertouren nicht unterschätzen: Die anschließende Suche nach einem geöffneten Wirtshaus.

Text und Bilder: Lorenz Mayer