Fünf Tage durch die Stubaier Alpen

Am letzten Julisonntag fuhren wir zu acht im Vereinsbus nach Neustift/Falbeson und stiegen zur Neuen Regensburger Hütte auf. Kurz bevor es zu regnen anfing, erreichten wir die Hütte. Für diesen Tag war ursprünglich noch der Aufstieg zur Vorderen Plattenspitze geplant, den wir aber auf Grund des schlechten Wetters bleiben lassen mussten. Wir wurden allerdings durch die fabelhafte Küche des Hüttenwirts entschädigt.

Am Montag mussten wir nach dem Frühstück erst ein paar Stunden warten, bis es aufgehört hat zu regnen. Dann starteten wir in Richtung Franz-Senn-Hütte zum Übergang Schrimmennieder (2715 m) und auf das ca. 100 höher gelegene Bassler Joch. Danach ging‘s hinunter zur Franz-Senn-Hütte.

Der Dienstag erwies sich als schönster Tag der Woche. Bereits um 6.30 Uhr starteten zur Besteigung der Rinnenspitze (3000 m), die wir gegen 9.30 Uhr erreichten. Der Weg begann als normaler Wanderweg und ging in der oberen Hälfte in Blockgelände über. Zuletzt war ein mit Drahtseilen und Tritthilfen versehener Grat zu überwinden. Alle erreichten sicher den Gipfel. Nach ausgiebiger Rast und toller Rundumsicht machten wir uns an den Abstieg zurück zur Hütte. Dort bildeten wir zwei Gruppen. Drei Teilnehmer stiegen in eineinhalb Stunden auf den Gipfel der Vorderen Sommerwand (2677 m). Die übrigen wanderten talaufwärts zum Höllenrachen, wo das Wasser spektakulär durch die Felsen schießt. Beide Gruppen erreichten rechtzeig vor Einsetzen des angekündigten Gewitters wieder die Hütte.

Am Mittwoch wanderten wir auf dem Stubaier Höhenweg bei relativ schlechten Sichtverhältnissen weiter zur Starkenburger Hütte. Zum Glück war die Sicht anfangs noch halbwegs brauchbar, weil doch einige anspruchsvolle  Stellen zu passieren waren. Etwa nach einem Drittel der Strecke erreichten wir die Seducker Hochalm, wo wir uns eine ausgiebige Rast genehmigten. Da war es danach nicht ganz einfach, die Teilnehmer wieder zum Verlassen der warmen Stube aufzumuntern.

Von da an verlief der Weg aufwärts bis auf ca. 2300 m, wobei wir direkt in die Nebelschicht kamen und kaum mehr als 20 m Sicht hatten. Das letzte Wegdrittel war dann wieder angenehmer zu gehen, weil der Weg wieder an Höhe verlor und wir dadurch bis zur Starkenburger Hütte etwas unter die Nebelgrenze gelangten. Nach ca. 9 Stunden erreichten wir diese dann. Die schlechte Sicht hatte aber auch einen Vorteil, denn so konnten wir uns auf die vielen Blumen und die üppige Vegetation am Wegesrand konzentrieren.

Am letzten Tag machten wir noch einen Abstecher auf den Hohen Burgstall (2611 m). Beim Abstieg ins Tal entdeckten wir kurz vor Neustift einen unscheinbaren Pfad, der von der Kiesstraße abzweigte. Auf dem Hinweisschild stand „Direkter Abstieg nach Neustift“. Diesen steilen, aber kürzeren Weg zogen wir dem Straßenhatscher vor, und kamen schließlich fast unmittelbar an der Kirche heraus.

Alle waren sich einig, dass es trotz des durchwachsenen Wetters eine sehr schöne Tour war.

Text: Markus Helminger

Fotos von den Teilnehmern