Über den Gamsängersteig auf die Ellmauer Halt
Am Sonntag, dem 08. Juli, nutzten wir das kleine Zwischenhoch, um die Ellmauer Halt, die höchste Erhebung im Wilden Kaiser, von Süden her zu ersteigen. Wir, das war eine 15-köpfige Alpenvereinsgruppe, ergänzt mit einigen Gästen, darunter einem Urlaubsgast aus dem Münsterland, die von unserer Tour erfahren hatten und sich uns anschlossen. Schon bei der Anfahrt zeigte sich der Wilde Kaiser von Reit im Winkl aus in klarer frischer Morgenluft, und wir verspürten bei diesem Anblick große Lust, auf seinen Gipfeln und Graten zu kraxeln.
Von der Wochenbrunner Alm ging es zunächst eine Stunde lang durch Wald und latschenbestandene Hänge, bis sich der Blick auf die großartig gelegene Gruttenhütte auftat. Von der Hütte führte uns der Weg ins Hochgrubbachkar und direkt unterhalb die mächtige Südwand der Ellmauer Halt. Hier war der Einstieg zum Gamsängersteig, der sich in westlicher Richtung, zuerst Richtung Rote-Rinn-Scharte, diese aber schließlich links lassend, ausgesetzt nach oben zog. Wie zutreffend die Bezeichnung des Steiges ist, sahen wir im Tiefblick auf das Schuttkar, wo sich zahllose Gämsen tummelten und die Vormittagssonne genossen.
Der Weg war anspruchsvoll, oft luftig und wo nötig eisenbewehrt. Jeder einzelne von uns stieg sehr vorsichtig und konzentriert, zur eigenen Sicherheit, und um keinen Steinschlag auszulösen. Eine luftige eiserne Stiege und eine senkrechte Leiter kurz unterhalb des Gipfels waren spektakuläre Highlights unseres Aufstiegs. Der Gipfelblick war grandios und verdienter Lohn unserer schweißtreibenden Aufstiegsmühen. Jenseits der Kitzbühler Grasberge zeigten sich der Venediger und seine Nachbarn in frischer Neuschneepracht.
Nach unserer Einkehr in der Gruttenhütte wurden wir beim Abstieg noch von einem gewittrigen Regenschauer überrascht. Der konnte jedoch unsere Laune, und den Eindruck einer großartigen Tour nicht mehr schmälern.
Text: Hans Kern



















