Skihochtouren auf der Guben-Schweinfurter-Hütte

Für die Skitouristen sind die Sellrainer Berge das Sahnehäubchen der Stubaier Alpen. Die Guben-Schweinfurter Hütte, auf die uns das heurige Skihochtourenwochenende geführt hat, gehört dort zu den weniger bekannten Hütten. Aber sie hat den guten Ruf der Gebirgsgruppe vollauf bestätigt.

Von Niederthai hoch über dem Ötztal wanderten wir auf dem sanften, durchgehend noch schneebedeckten Almweg in rund zwei Stunden hinauf zur Hütte. Da waren wir elf fast unter uns, viele Tourengeher hatten kurzfristig abgesagt, denn die Wetteraussichten waren, auf den ersten Blick wenigstens, nicht all zu gut.

Am Samstag Früh ließen wir uns Zeit, und als wir um 10 Uhr aufbrachen, war es noch bedeckt. Wir spurten durch rund 20 cm tiefen Pulverschnee hinauf Richtung Hochreichscharte, es wurde immer lichter, und als wir die steile Flanke zum obersten Ostgrat des Hochreichkopfes hinaufstiegen, kam die Sonne endgültig durch. Die meisten begnügten sich mit dem Erreichen des Skidepots. Drei Teilnehmer kletterten noch auf dem verschneiten Grat bis zum Gipfelkreuz in 3.008 m Höhe. - Nach einer Stärkung fuhren wir in staubendem Pulver ab zur Hütte.

In strahlendem Sonnenschein legten wir am Sonntag unsere Spur durch das Seebachtal, das sich zwischen dem Larstiggrat und den Sommerwandgipfeln lange flach und erst zuletzt aufsteilend zum Zwiselbachjoch hinaufzieht. Dort hatte die Spurarbeit ein Ende, denn auf der anderen Seite waren bereits mehrere Partien von der Winnebachseehütte aufgestiegen. Nach rund viereinhalb Stunden erreichten wir den 3.287 m hohen Breiten Grießkogel, einen der markantesten und höchsten Gipfel der Sellrainer Berge. Zwischenzeitlich waren von Süden ein frischer Wind und eine quellende Bewölkung aufgekommen, so dass wir nach kurzer Rast gleich die ersten Zöpferl in den schönen Pulverschnee des Grießkogelferners flochten und die „Gipfeljausen“ etwas weiter unten nachholten. Die Abfahrt durch das Seebachtal erforderte zwar einige Stockschübe, aber meist liefen die Skier doch von selber.

Nach einer gemütlichen Kaffeepause in „unserer“ Hütte fuhren wir wieder hinaus nach Niederthai. Ein Skitourenerlebnis ohne Skitragen, mit 20 cm Pulverschnee, zwei tollen Gipfeln, einer sauberen, bestens bewirteten Hütte und zumeist sogar recht sonnigem Wetter lag hinter uns.

Fotos: Lorenz Mayer, Alois Herzig