Skitourenwochenende auf dem Meißner Haus im Viggartal (Tuxer Alpen)

Unser Ziel war trotz der kritischen Lawinenwarnstufe 4 bei dem angekündigten Traumwetter ein Glücksgriff. Der Morgenkogel südlich vom Meißner Haus, bietet zwei sichere und schöne Abfahrten in mäßig steilem Gelände, ideal für die herrschenden Verhältnisse.

Von Ellbögen-Mühltal aus erreichten wir bequem in knapp zwei Stunden unseren recht ursprünglichen und gemütlichen Stützpunkt. Nach einer kurzen Pause, gestärkt mit Speckknödelsuppe, machten wir uns gegen Mittag auf den Weg zum Gipfel. Die Spur führte zu Beginn kurz etwas steiler durch ein mit mehreren Schneisen durchzogenes Waldstück, danach über gestuftes, welliges Gelände in zwei Stunden mühelos zum höchsten Punkt. Der aussichtsreiche Gipfel erlaubte bei dem wolkenlosen Himmel herrliche Blicke zu den bekannten Bergen der Zillertaler-, Stubaier-, und Ötztaler Alpen bis hin zur Zugspitze. Die Abfahrt mit 900 Hm bescherte uns wie erwartet herrliches Pulverschneevergnügen.

Nachmittags an der Hütte stand noch Ausbildung mit theoretischer Lawinenkunde und VS-Suche in der Praxis auf dem Programm. Nach der ausführlichen Einweisung und ausgerüstet mit DSP-Piepser und optimaler Suchstrategie hatte das schnellste Team das 80 cm tief liegende „Opfer“ bereits nach 95 Sekunden lokalisiert und ausgegraben. Die anwesenden Gäste staunten nicht schlecht.

Am nächsten Tag machten wir uns noch einmal auf den Weg zum Morgenkogel. Zwei Teilnehmer konnten im mittleren Bereich des Anstieges den schönsten Hängen mit dem besten Schnee nicht widerstehen. Trotz der 300 Hm zusätzlich erreichten sie gemeinsam mit den anderen das Tagesziel.

Die lohnendste Abfahrt vom Gipfel führte uns knapp 1600 Hm über herrliche weite Böden an der Profeglalm vorbei, auf bequemen Forststraßen und steileren Waldschneisen direkt zum Ausgangspunkt in Mühltal. Die Abfahrt machte viel Spaß, obwohl die Schneebeschaffenheit nicht mehr so perfekt war wie am Vortag.

Die Tour ist fast immer gespurt, da sie bei den Einheimischen recht beliebt und bei richtiger Spuranlage auch sicher ist. Die Route über die Profeglalm hat gleich mehrere Ausgangspunkte im Tal, weshalb man unbedingt eine Karte mitnehmen sollte, um sich im Gewirr der Forststraßen im unteren Bereich richtig orientieren zu können.

Bericht und Fotos: Sepp Rehrl