Silvretta - Mit Ski auf den Piz Buin und die Dreiländerspitze
Als heurigen Skitourenabschluss haben wir uns die Silvretta auserkoren. Als Ausgangspunkt wählten wir das Dorf Guarda im Engadin. Der Hüttenaufstieg zur Tuoi-Hütte war zwar meist flach wie eine Langlaufloipe, trotzdem ist er eine lohnende Alternative zu dem noch wesentlich längeren und nicht gerade freudvollen Winterweg von Galtür zur Wiesbadener Hütte. Leider reckte der Große Piz Buin, Schaustück der Hüttenkulissen von Tuoi- und Wiesbadener Hütte und gleichzeitig unser vorrangiges Gipfelziel, während unserer Silvrettatage sein Haupt beharrlich in die Wolken. Unsere Route von der Tuoi führte in weit ausholendem Bogen über Cronsel, Mittagsplatte und Cunfinscharte zum Skidepot ober der Buinlücke. Zu Fuß ging's dann, stellenweise etwas heikel, zur 3.312 Meter hohen Spitze des Piz Buin, der uns seine berühmte Aussicht allerdings vorenthielt.

Glücklicherweise war die Sicht auf dem Ochsentaler Gletscher wieder frei, so dass die Abfahrt über den teilweise arg zerschründeten Eisstrom zur Wiesbadener Hütte keine Probleme bereitete. Am nächsten Tag bestiegen wir zuerst die Dreiländerspitze (3.197 m), die kurz vor dem Gipfel auch mit einer kleinen Klettereinlage aufwartete. Diesen Gipfel teilen sich die Tiroler mit den Vorarlbergern und den Engadinern. Die Sicht war genau so schön grau wie am Vortag vom Piz Buin. Wir fuhren hinunter zur Ochsenscharte und stiegen dann über den obersten Jamferner hinauf zum Jamjoch. Auf den geplanten, kaum zehnminütigen Abstecher auf die Hintere Jamspitze verzichteten war, mussten wir doch in der Nebelsuppe am Joch schon unseren Kompass bemühen, um die Orientierung zu behalten. Dann aber schwangen wir über die prachtvollen Hänge bei bester Schneelage hinab ins Tuoital. Teilweise gleitend, oft schiebend, und zum Schluss wandernd mit geschulterten Skiern gelangten wir durch blühende Krokuswiesen hinab nach Guarda, wo wir zwei Tage zuvor aufgebrochen waren.
Fazit: Trotz fehlender Gipfelsicht boten die drei Silvrettatage für die zwölf begeisterten Teilnehmer rassige Skitouren auf zwei berühmte Gipfel, und bei Kaiserwetter findet ja Jeder hinauf ...
