Abendwanderung Thorau

Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes, und es hätte nicht viel gefehlt, dass unsere heurige Abendwanderung auf die Thorau-Alm abgesagt worden wäre. Aber eine Handvoll Leute sagte sich, da geht doch eine Straße hinauf, da können wir allerweil hin gehen, und wenn's regnet, nehmen wir halt einen Schirm mit. Zuletzt gab's dann doch einen Hoffnungsschimmer bezüglich des Wetters, und zahlreiche Kurzentschlossene sprangen noch auf, so dass sich schließlich doch ansehnliche 22 Teilnehmer zusammenläpperten.

Zwei Teilnehmer, die meinten, etwas für ihre Kondition tun zu müssen, und dazu vor der Einkehr noch schnell einen „Abstecher“ auf den Hochfellngipfel machen wollten, sprinteten am Ausgangspunkt Glockenschmiede gleich los, und auf der Alm kündigten sie die anmarschierende Gruppe an. Da Organisator Mike nur fünf bis zehn Leute angemeldet hatte, griff die allein auf der Hütte weilende Wirtin sogleich nach dem Handy und forderte personelle Verstärkung an. So konnten dann in der voll besetzten gemütlichen und sauberen Hütte alle Abendwanderer aufs Beste verpflegt werden. Herrlich dekorierte und reich bestückte Brotzeitteller mit himmlischem G'räuchertem gab's da und natürlich das „Geheimnis“. Was sich in letzterem verbirgt, wird hier nicht verraten; neugierige Genießer müssen sich schon selbst auf den Weg machen, um es zu ergründen. Als plötzlich eine Runde Schnapserl auf dem Tisch stand, wurde auf ein besonders langes Leben der spendablen Wirtin angestoßen.

Bei dem feinen Schmaus und lustigen Gesprächen verging die Zeit im Nu, und ehe man sich versah, war es finster geworden. Mit Stirn- und Taschenlampen war der Abstieg auf der guten Almstraße, auf der man schon heraufgewandert war, leicht gefunden. Heil und sogar trocken - was noch zu Mittag keiner zu hoffen gewagt hätte - kamen alle wieder im Brander Tal am Parkplatz bei der Glockenschmiede an.