Mit der Lokomotive auf dem Watzmann

Das Watzmannhaus war heuer Stützpunkt der Gemeinschaftstour des Alpenvereins mit dem Freizeitsportverein (FSV) Lokomotive. Geplant wäre eigentlich eine Tour zum Riemannhaus gewesen, aber das wurde Ende September schon geschlossen. Wer konnte auch ahnen, welche Prachttage der Oktober noch bereithalten würde ...

Wir erlebten jedenfalls zwei herrliche Bergtage am Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes, bestiegen am ersten Tag von der Kührointalm aus den Mooslahner, ein Teil unserer Gruppe sogar den Kleinen Watzmann, und nach der Hüttenübernachtung am Sonntag das Watzmann-Hocheck. Vor allem die Überscheitung des Kleinen Watzmanns, bekannt auch als Watzmannfrau, hatte es den Teilnehmern, die dort hinauf mitgegangen sind, angetan. Der ist nun gewiss kein Allerweltsberg, erfordert Trittsicherheit und auch ein wenig Kraxelei, ebenso Ausdauer und im Besonderen auch Wegfindigkeit, und die Meisten hätten ihn ohne die begleitenden Tourenführer des Alpenvereins kaum versucht.

Für die Watzmannfrau-Überschreiter wurde der Tag ziemlich lang, schließlich sind wir auch nicht allzu bald am Morgen aufgebrochen, aber der Tag wurde bis zum letzten Sonnenstrahl ausgenutzt. Es begann bereits zu dämmern, als die Fleißaufgabler am Watzmannhaus ankamen, wo sie von den „Mooslahnern“ bereits erwartet wurden. Der obligatorische Hüttenabend erfreute wie gewohnt uns genauso wie den Wirt, und zur Hüttenruhe um 10 Uhr waren die verbrauchten Kraftreserven wieder aufgebaut.

Bei noch recht frischen Temperaturen und weiter oben stellenweise raureifglattem Gestein, aber doch ohne Probleme, erreichten anderntags alle Teilnehmer das Hocheck, den ersten Gipfel des Watzmanngrates. Beim Aufbruch war's noch wolkenlos, aber die beim Aufsteigen aufkommenden und zeitweise herumwallenden Nebel ließen den Blick auf das Panorama immer wieder frei, und konnten das Erlebnis, das Sicht-Erlebnis ausdrücklich eingeschlossen, kaum stören. Der Abstieg hinunter nach Hammerstiel war lang, aber alle genossen den milden sonnigen Tag, und schmiedeten bereits Pläne für das nächste gemeinsame Hüttenwochenende von Alpenverein und Lokomotive im Herbst 2006.