Zweitausender statt Kuhkaser
Um es vorweg zu sagen: Nix war es mit dem Kuhkaser, um dessentwegen wir eigentlich ausgezogen waren. Regen und Wind, die zu Hause den ganzen Sonntag das Wetter bestimmten, hörten zwar hinter Reit im Winkl auf, und in der Gegend um Kitzbühel war es den ganzen Tag trocken, und hin und wieder kamen sogar einige Sonnenstrahlen durch. Aber der Schnee fehlte halt. Auf den flachen Almstraßen des unteren Teils ging es gerade noch. Die Hoffnung, dass es weiter oben besser werden würde, erfüllte sich freilich nicht. So kehrten wir nach einer Stunde um, ließen die Brettln auf der Straße laufen, und über ein kurzes steiles erdig-schmutziges Waldstück trugen wir sie hinunter. Zurück an der Alten Wacht entschlossen wir uns, da wir nun schon einmal hier waren, noch die paar Kilometer zum Pass Thurn hinaufzufahren und dort im Pistenbereich einen Gipfel mit befahrbaren Flanken zu suchen. Den fanden wir im (nicht in einem!) Zweitausender. Denn so heißt der unscheinbare kreuzgeschmückte Gipfel im Nahbereich des Kleinen Rettensteins tatsächlich. Bis zur Hanglalm folgten wir der Piste, da wär’s anders auch kaum gegangen. Dort kehrten wir selbstverständlich ein, ein bisschen wollten wir uns für die Inanspruchnahme der Pisteninfrastruktur doch erkenntlich zeigen. Zum Gipfel zogen wir unsere eigene Spur in dem meist weitläufigen flachen Gelände soweit möglich neben den präparierten Pisten in den 10 bis 20 cm tiefen feinen Pulverschnee. Eine fantastische Stimmung bei aufklarendem Wetter, in dem die Sonne einzelne Bergspitzen zeitweise in gleißendes Licht tauchte, war Lohn für die Aufstiegsmühen.








