Über den Berliner Höhenweg zum Schönbichler Horn

Samstag Mittag machen wir uns (11 Männlein und Weiblein) auf den Weg ins Zillertal. Ziel unserer Tour ist das Schönbichler Horn, ein Panoramaberg und der höchste Punkt auf dem Berliner Höhenweg. Im hintersten Tal, beim Gasthof Breitlahner beginnt unser Aufstieg zur Berliner Hütte. Das Wetter ist anfangs noch etwas bewölkt, ideal für einen Hüttenanstieg. Nach 2,5 Std. erreichen wir den mächtigen Bau der „Hütte“, in aussichtsreicher Lage im Zentrum der Zillertaler. Noch immer strahlt die Berliner Hütte, vor allem durch ihre hohen und prachtvoll vertäfelten Räumlichkeiten, etwas von Glanz und Prunk längst vergangener Epochen aus. Gleichzeitig muss aber, insbesondere an Wochenenden, der Ansturm von manchmal über 200 Bergfreunden bewältigt werden, die alle untergebracht und verpflegt werden wollen.

Wir sind guter Dinge, da für den folgenden Tag bestes Wetter angesagt ist. Und so kommt es auch: Am Morgen, bevor uns die ersten Sonnenstrahlen erreichen, marschieren wir los. Zunächst hinab auf den früheren Gletscherboden, dann auf den Kamm der westlichen Seitenmoräne nähern wir uns immer mehr dem Waxeckkees und Großem Möseler. Erschreckend jedoch, wieviel Gletscher und Berg im Laufe der letzten Jahrzehnte von ihrer Eispracht verloren haben. Die letzten Meter zum Gipfel sind teilweise seilversichert, jedoch nicht schwierig, und alle erreichen nach mehrstündigem Aufstieg wohlbehalten das Ziel. Das Schönbichler Horn mit seinen 3.135 Metern ist zwar kein Renommiergipfel im Vergleich zu seinen höheren Nachbarn. Man genießt jedoch hier bei Schönwetter ein grandioses Panorama umgeben vom Kreis der höchsten Zillertaler Gipfel. Beim Abstieg nach Westen löschen wir nochmals unseren Durst bei einer Einkehr im Furtschagl-Haus und genießen die Nachmittagssonne. Zuletzt erwartet uns noch ein „Hatscher“ entlang des Schlegeis-Speichers (trübt aber nicht den Genuß des schönen Tages) und wir erreichen gerade rechtzeitig den Bus, der uns zurück zu unseren Autos bringt.

Text: Hans Kern