Zwei Tage im Gosaukamm

» Fotogalerie

Weil die Theodor-Körner-Hütte schon ausgebucht war, meldeten wir uns für das gemeinsame Hüttenwochenende mit dem FSV (Freizeitsportverein) Lokomotive Waging auf der Gablonzer Hütte an. „Kein Problem“, meinte der Hüttenwirt lapidar, als ihn Tourenleiter Mike zwei Tage vorher informierte, dass es anstatt 20 Teilnehmern nunmehr deren fast 30 sein würden. Schließlich standen wir zu neunundzwanzigst auf der Stuhlalm, als ein nochmaliger Anruf auf der Gablonzer die Hiobsbotschaft brachte: Die Hütte hatte nur noch zwölf Schlafplätze frei, irgendwo war ein Fehler passiert. Jetzt war guter Rat teuer. Nach einer bangen halben Stunde die Entwarnung. Auf die Stuhlalm und eine daneben stehende Almhütte verteilt konnten alle unterkommen, der gemeinsame Hüttenabend war gerettet. Der Wirt der Stuhlalm hatte da dankenswerter Weise kräftig mitgeholfen.

Einer unbeschwerten Gipfeltour stand nun nichts mehr entgegen. Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die eine bestieg den Angerstein, die andere den Mittleren Manndlkogel. Die Aufstiege gingen durch eine zähe, hochreichende Nebeldecke, und erst ganz zuletzt gab es, zeitweise wenigstens, so etwas wie eine freie Sicht. Immerhin konnten wir uns während der gleichzeitigen Gipfelrast zuwinken und zurufen. Im Süden hatte sich der markante Felskoloss der Bischofsmütze aus den Wolken herausgeschält und bildete einen attraktiven Hintergrund für die zahlreichen Gipfelfotos.

Eng zusammengerückt erlebten wir am Abend in der kleinen Stuhlalmhütte einen lustigen Hüttenabend. Die Stimmung war bestens, und der Wirt hatte alle Hände voll zu tun. Trotzdem musste keiner Hunger oder gar Durst leiden.

Für den zweiten Tag war eine Tour auf den Gr. Donnerkogel angesagt, und da standen zwei Aufstiegsrouten zur Auswahl. Sieben Teilnehmer wählten den Intersport-Klettersteig, der aber zu dieser herbstlichen Jahreszeit wahrlich kein Genuss war. Kaum Sonne (nordostexponiert), dafür Nebel, ein meist feuchtes Drahtseil und schmierige Felsplatten waren die Zutaten dieses Klettersteigabenteuers. Erst der letzte Abschnitt vom Donnermanndl auf den Gipfel konnte begeistern.

Der Großteil der Gruppe war währenddessen auf dem Austriaweg nach Norden hinübergewandert und hatte den Donnerkogel über den Normalweg erstiegen. Auch dieser Weg war stellenweise recht schmierig. Während des Anstiegs lösten sich aber die Nebel größtenteils auf, und vom Gipfel bot sich ein herrliches Panorama auf Dachstein und Bischofsmütze, auf den Tauernhauptkamm, auf die Berchtesgadener Berge und das Tennengebirge.

Die Tour führte über zwei weitere Gipfel (Steinriesenkogel und Strichkogel), es war warm und der Steig trocken, einige steile Stellen waren mit Drahtseil gesichert, und die bizarren Spitzen des Gosaukammes stets im Blickfeld. Klar, dass wir beim Abstieg an der gastlichen Stuhlalm nicht vorbeikamen, ohne uns noch einmal zu stärken.

Fotogalerie