Elfer und Padasterjoch – Hüttentour in den östlichen Stubaier Alpen

Von Neustift aus fuhren wir mit der Elferbahn bis zur Bergstation. Nicht ganz bergsteigertypisch, aber praktisch. Von dort erreichten wir nach etwa 20 Minuten die Elferhütte, wo wir gleich einen Teil unseres Gepäcks lagerten. Der Aufstieg zum Nordturm des Elfers war weitaus nicht so anspruchsvoll, wie es die schroffen Türme vermuten ließen, nur die letzten Meter zum Gipfelkreuzen mussten geklettert werden. Die Elferspitze oder auch Elferkofel genannt blieb der Gruppe aber verwehrt. Ohne Klettersteigset wäre es nicht zu verantworten gewesen, diesen Gipfel mit einer ganzen Gruppe zu erklimmen. Der Abstieg zum Zwölfernieder erwies sich dann als unproblematisch und nach kurzer Rast wurde auch die Zwölferspitze erobert. Da ging es schon weitaus rassiger zur Sache, mehrfach musste bis fast zum 2. Grad geklettert werden. Im Abstieg begegnete uns Michael, der für den Aufstieg zum Elfer den Nordwandklettersteig und für den Abstieg zum Zwölfernieder den Elferkofelklettersteig gewählt hatte.

Am Zwölfernieder rasteten wir dann ausgiebig und genossen den Sonnenschein, der uns akkurat zu diesem Zeitpunkt verwöhnte, während sonst die Wolken überwogen. Für den Rückweg nutzten wir, nachdem Michael wieder zur Gruppe gestoßen war, den Panoramaweg zurück zur Elferhütte.

Am nächsten Morgen wanderten wir 800 Hm abwärts zur Issenangeralm und stiegen von dort über den Rohrauersteig auf zur Hammerscharte. Ursprünglich hatten wir geplant, über Karalm und Jubiläumssteig zur Kirchdachpitze aufzusteigen, aber in der Nacht hatte es geregnet und so folgten wir der Empfehlung des Hüttenwirts, den einfacheren Weg zu nehmen. An der Hammerscharte trennte sich die Gruppe. Michael stieg mit Kathrin, Markus und Petra über den Silbersattel auf zur Kirchdachspitze und ich ging mit dem Rest der Truppe auf die Hammerspitze. Nach ausgiebiger Rast stiegen wir ab zum Padasterjochhaus. Nach gemütlicher Kaffepause wanderten wir noch zum Padasterkogel und genossen die tolle Aussicht auf das Gschnitztal, von der Autobahn bis ganz hinten zur Bremer Hütte.

Auf der Hütte trafen wir dann auch die Anderen wieder, die uns berichteten, dass ihre Tour auch von der Gruppe zu machen gewesen wäre, und die Kirchdachspitz trotz des markanten Aussehens problemlos zu erreichen war.

Am nächsten Tag stiegen wir auf zum Sattel an der Wasenwand. Der Abstecher zum Gipfel dauerte insgesamt nur eine gute halbe Stunde. Anschließend ging es weiter über den Roten Kopf zur Kesselspitze. Auch hier schien der Aufstieg von der Ferne schwierig zu sein und erwies sich dann als völlig harmlos. Am Gipfel trafen wir auf den ersten Bergsteiger, der uns seit der Elferhütte unterkam, einen jungen Einheimischen. Über das Kalbenjoch wanderten wir dann entlang der Südseite der Lämpermahdspitze bis zum Serlesjöchl. Von dort stiegen wir ab nach Kampl, wo wir 2 Tage vorher mein Auto abgestellt hatten. Alle drei Tage begleitete uns eine blühende Natur mit einer unglaublichen Fülle von Blüten. Ganz herzlich bedanken wir uns bei den Hüttenwirtsleuten der schönen Elferhütte für die tolle Bewirtung und bei den Wirtsleuten vom Padasterjochhaus, die eigens wegen uns am Montag geöffnet und uns damit die Tour zu diesem frühen Zeitpunkt ermöglich haben.

Fotos und Bericht: Michael Frumm-Mayer