Pulverschneefreuden am Feldalphorn

Das Feldalphorn ist ein 1920 m hoher Gras- und Almberg, insofern typisch für die Kitzbüheler Berge, aber – für diese Berggruppe eher untypisch – zumindest von der Wildschönauer Seite her nicht mit Liftanlagen erschlossen. Allerdings ist er gerade deshalb bei den Skitourengehern so begehrt, dass seine Hänge nach Neuschneefällen oft schon nach wenigen Tagen pistenartig eingefahren sind.

Am 20. Januar hatten sich die Schneemassen der ersten Januarhälfte bereits gesetzt und obendrauf lag noch eine 20 cm starke Pulverschneedecke vom vorgestrigen Freitag wie die Sahne auf dem Kuchen. Dazu gab es leichten Dauerfrost und Windstille, ideale Tourenbedingungen also, und mit ein wenig Spürsinn konnte man rechts (nördlich) der Hauptrouten noch breite, wenig befahrene Hänge entdecken, die einen  einzigartigen Abfahrtsgenuss bescherten.

Wir starteten bei Schwarzenau im hinteren Wildschönautal, wo man neben der Straße freundlicherweise für die Tourengeher eine Reihe von Parkplätzen freigeräumt hatte. Da wir zu Vierzehnt unterwegs waren, bot es sich an, zwei Gruppen – eine schnellere und eine gemütliche – zu bilden. Obwohl der Gipfel lange nicht sichtbar ist, wurden an den Orientierungssinn keine Ansprüche gestellt, denn die Route war wegen der schon von hunderten Tourengehern eingetretenen deutlichen Aufstiegsspur vorgezeichnet und nicht zu verfehlen.

Die Almen am Weg sind im Winter geschlossen. Während der Tour muss man deshalb aus dem Rucksack jausen, einkehren kann man erst wieder im Tal. Für uns war die Einkehr nicht nur unserem Hunger und Durst geschuldet. Sie war uns genau so selbstverständlich wie den Wildschönauern das Bereithalten kostenloser Tourengeherparkplätze.

Bericht: Lorenz Mayer
Fotos: Alois Herzig