Skitour zur Hohen Geisel

Bei schönstem Frühsommerwetter fahren 9 Frühaufsteher am Ostermontag nach Sportgastein und weiter über die Mautstraße zum Naßfeld, das auf 1600 m Meereshöhe liegt. Tourenleiter Heini Riesemann sagt, dass wir Glück haben, denn der Wirt Reini von der Naßfeldalm teilt mit, dass am Ostersonntag die ersten zwei Tourengeher zur Hohen Geisel unterwegs waren. Vorher war die Zufahrt wegen hoher Lawinengefahr über Wochen gesperrt. Umso stolzer sind wir, zu den Ersten in diesem Winter zu gehören. Es hat nachts gefroren. So geht es bei besten Verhältnissen zuerst einige Zeit bis zum Talschluss Richtung Hagener Hütte. Den Gipfel, die Hohe Geisel, können wir vom Tal neben weiteren knappen 3000-endern bereits in weiter Ferne erkennen. Nun geht es mit Harscheisen die mäßig steile Flanke Richtung Süden bis auf Höhe 2000 m. Die Sonne strahlt uns freudig entgegen. Wir entscheiden uns für den Winterweg durch die Rinne und nicht für den Sommerweg entlang der steilen Flanke über die Hagener Hütte. Dieser Weg kann bei hartem Schnee auch sehr heikel sein. Die Rinne entpuppt sich zu einer sehr sportlichen Einlage, da wegen der pickelharten Schneedecke und der Steilheit höchste Konzentration erforderlich ist. Moderne Carvingski mit stärkerer Taillierung sind hier nicht unbedingt von Vorteil. Michael zieht es vor, die Steigeisen anzuschnallen. Nach einer ¾ Stunde haben wir alle die Rinne durchschritten und uns die erste Brotzeit verdient. Dann geht es genüsslich in der Morgensonne südlich weiter, die Hagener Hütte lassen wir links liegen. Nach 3 Stunden sind wir auf der Scharte, von wo wir ins Höllkar sehen können und den hochalpinen Aufbau des Geiselkopfes. Der Schnee ist hier pulvrig, die Beine aber schon etwas schwer.

Harald begnügt sich mit der Scharte, hat ihm der Kreislauf etwas zugesetzt, oder war es etwa das reichliche Ostermenü? Nach einer guten Stunde gelangen wir unschwierig zum Gipfel, der eine grandiose Aussicht über die ganzen Gipfel der Hohen Tauern bietet.

Nach einer ausgedehnten Gipfelrast wartet eine 1400 Hm lange Abfahrt, die beginnend vom harten Pulver bis zum traumhaften Firn alles bieten wird, was das Skifahrerherz begehrt. Auf der Naßfeldalm wird der Wirt Reini für uns einen fein schmeckenden Apfelstrudel mit Vanillesauce zubereitet haben, der richtig zum gelungenen Tag passt.

Bericht und Fotos: Heinrich Riesemann